Vor gut einer Dekade wurde zum ersten Mal von einem Ärztemangel in Deutschland gesprochen. Zu wenige Ärzte, so hieß es, kümmerten sich um zu viele Patienten. Seitdem geistert das Schlagwort regelmäßig durch die Medienlandschaft und prangert eine Überversorgung von Ballungszentren, sowie die ärztliche Unterversorgung auf dem Land an. Bislang gab es auf diesen Missstand aber keine ernst zu nehmenden Reaktionen. Dies soll sich nun ändern.
Junge Ärzte auf das Land locken, Versorgung der Patienten verbessern
Um einen Anreiz für junge Ärzte zu schaffen, neue oder leerstehenden Praxen auf dem Land zu beziehen, wurde jüngst das Versorgungsstrukturgesetz in der gesetzlichen Krankenversicherung verabschiedet. Obgleich einige positive Ansätze von Seiten der Versicherer gelobt wurden, gab es viel Kritik und Nachbesserungswünsche von Seiten der Krankenkassen, Arbeitgeber und Gewerkschaften.
Ärzte entlasten, Praxen auf dem Land finanziell fördern
Letztendlich zielt das Gesetz darauf ab, Ärzte finanziell zu entlasten, mehr Praxen zu öffnen und die Wege für Ärzte und Patienten dadurch zu verkürzen. Aber auch abseits der Finanzen soll die Ökonomie optimiert werden. Beispielsweise sollen auch Krankenhäuser den ärztlichen Notdienst übernehmen, die Residenzpflicht für Ärzte soll aufgehoben werden und der Standort neuer Praxen soll sich stärker am lokalen Bedarf orientieren, damit weniger Patienten auf einen einzelnen Arzt entfallen. Die kassenärztlichen Vereinigungen erhalten zudem mehr Spielraum, eigene Versorgungseinrichtungen wie Ärztezentren oder gemeinschaftliche Praxen zu errichten oder diese Privilegien an Kommunen zu delegieren, um die Patienten flächendeckend sowie mit Fachärzten versorgen zu können.
Ärzte könnten auf dem Land Mangelware werden
Diese gesetzlichen Grundlagen gehen einigen nicht weit genug, da etwa die Überversorgung nicht weitreichend aufgegriffen wird. Dennoch ist es zumindest ein wichtiger Anfang, um die Versorgung der Patienten auf dem dünn besiedelten Land zu verbessern, wo innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre ein akuter Notstand ausbrechen könnte, da kaum junge Ärzte nachkommen und ältere Generationen in Rente gehen.
Na, find ich schonmal nen guten Ansatz! Wenn man auf dem Land lebt, fährt man schon oft ne Weile, bis man zum Arzt kommt! Hausbesuche sind deshalb auch schon purer Luxus. Und dass es nicht gerade beruhigend ist zu wissen, dass man keinen Arzt in der Nähe hat, wenn mal wirklich was sein sollte, das dürfte wohl jeder nachvollziehen können.
Na hoffen wir, dass das alles was bringt!